Chaja ist auch als Pensionsgast bei uns hängen geblieben, tja, so kommt man zu einer weiteren, derzeit dritten Fellnase. Aber fangen wir doch einfach mal weiter vorne in Chaja Lebenslauf an.

 Im August 2012 hat unser Tierschutzverein, die Berner Sennenhunde Nothilfe e.V., eine Berner-Hündin aus einer ungarischen Notstation übernommen. Viel Informationen über den Hund haben wir nicht bekommen, nur so viel, dass es ein Straßenhund war, es ihm nicht so gut geht und man vermutet, dass vielleicht sogar ein innerer Tumor vorhanden sei. Das wären ja keine so schönen Aussichten für die Hündin, hier nicht aber schon gar nicht in ungarischen Auffangstation. Nach ein paar Ruhetagen in ihrer Pflegestelle, wurde sie einer gründlichen tierärztlichen Untersuchung, die lassen wir bei allen Hunden machen die der Verein übernimmt, unterzogen und besonders intensiv hinsichtliche des Tumorverdachtes. Das Ergebnis war für uns ein Schock, die innerlichen Veränderungen, der "Tumor" hatte sich geteilt, genau 9 mal. Und alle Teilchen waren mit Leben erfüllt. Ja, die Tumore waren kleine Welpen. Wir haben uns natürlich sehr gefreut, dass der Hund gesund war, aber diese Trächtigkeit hat uns schon sehr in Aufruhr gebracht, war es doch die erste trächtige Hündin die als Pflegehund ihre Welpen bei uns bekommen sollte. Wir haben dann Marie, so haben wir sie genannt, in eine passende Pflegefamilie gegeben, wo sie ihre Welpen zur Welt bringen konnte. marie welpen1welpengruppe1Am 19.10.2012 war es so weit, da bekam Marie ihre 9 kleinen Würmchen, Holly 340gr, Bela 470gr, Nele 380gr, Elliot 330gr, Felix 360gr, Simba 350gr, Chaja 270gr, Rubinus 480gr und Greta 420gr. Jetzt sahen sie noch alle so aus, als könnte der Vater auch ein Berner gewesen sein, aber schon in den nächsten Wochen hat die Farbgebung gezeigt, hier hat Mariechen eine andere Liebschaft gehabt. Unsere Chaja, natürlich wußten wir zu dem Zeitpunkt noch gar nicht dass sie mal bei uns einzieht, war der kleinste Welpe und hatte auch mächtig zu kämpfen nicht untergebuttert zu werden. Aber das hat sie mit Unterstützung ihrer Pflegefamilie bestens gemeistert und konnte so auch auf ihre neue Familie warten.
Alle Geschwister hatten schnell eine Familie gefunden, in die sie im entsprechenden Welpenabgabealter ziehen konnten, nur bei Chaja fand sich keine. Darauf hin haben wir unserer Tochter und ihrem Mann Chaja mal vorgestellt. Der Zeitpunkt passte auch, denn Haus und Hof waren fertig und die Familienplanung lief, zu der auch neben Kindern ein Hund gehören sollte. So wurde beschlossen, Chaja zieht in diese junge Familie ein.

DSCF8339Ende Dezenber war es für Chaja soweit, sie zog in ihre neue Familie ein. Alle waren total happy über diesen süßen Fratz und auch unsere beiden, Lester und Paula kamen super mit den quirligen Springinsfeld zurecht. Chaja hat sich auch schnell an ihre neue Umgebung gewöhnt und entwickelte sich prima. Im Frühjahr des nächsten Jahres meldete sich weitere Familienzuwachs an, unsere Tochter wurde schwanger. Eine freudige Überraschung, aber leider mit einer nicht so freudigen Nebenwirkung. Sie bekam allergische Reaktionen, gefördert durch Hundehaare und Geruch. Sie selbst und auch wir alle waren total von der Rolle, ist sie doch ihr Leben lang mit Hunden in Kontakt und groß geworden. Ja, die Natur geht eigenes Gesetze und nun mußte eine Lösung für Chaja her. DSCF8384Daher beschlossen wir, Chaja erst einmal zu uns zu nehmen, da ja oft solche Schwangerschaftszustände nur zeitlich begrenzt auftreten. Wir haben alle gedacht, in ein paar Monaten ist das wieder vorbei und dann ........... aber leider änderte sich das auch bis Ende der Schwangerschaft nicht. Und da ihr Blick für die nächsten Jahre, ein weiteres Kind vorsah, haben wir im großen Familienrat beschlossen, sie geben Chaja ab und sie bleibt fest bei uns. Tja, und somit war unser Rudel, unsere Familie auf 3 Fellnase gewachsen. 


 Dass die Zeit, die Jahre wie in Fluge vergehen wissen wir alle, auch wenn wir es oft gar nicht wollen. Nun schreiben wir schon das Jahr 2016 und Chaja ist 3 1/2 Jahre alt. Sie ist ein toller Hund geworden, sicher auch weil wir in der Zeit auch nicht untätig waren. Haben mit ihr die Hundeschule besucht, haben mit ihr viel Kontakt zu den Enkelkinder gesucht, die sie jetzt ganz besonders liebt. Da gibt es keine verschmierten Kindermünder mehr, wenn man nicht aufpasst, die werden z.B. auch liebevoll von ihr gesäubert. Ok, ist nicht jedermanns Sache, aber........es härtet ab. Sie ist eigentlich zu allen sehr sozial und friedlich eingestellt, solange es sich nicht um tierische Lebewesen, besonders Hasen, Kaninchen, Rehe usw. handelt, die sich in der freien Natur, sagen wir mal, nicht robbend weiter bewegen. Dann ist unsere Spürnase nicht mehr zu halten und das Jagd-, bzw. Treibfieber geht mit ihr durch. Ja, das ist ihr absoluter Schwachpunkt, der auch mit Trainerstunden nur minimale, kurzzeitige Verbesserung gezeigt hat. Was uns leider schweren Herzens dazu bewogen hat, ihr nur noch Freilauf in einigermaßen kontrollierbarem Gelände zu gewähren. Denn es ist nicht schön, wenn Wild getrieben wird und es birgt viele Gefahren für alle beteiligten. Auch das Interesse an Nachbars Katze, so über den Zaum, ist schlecht einzuschätzen, die rennt ja auch weg und eine eigene haben wir zur Zeit nicht um auch so einen Kumpel näher kennen zu lernen. Aber erstmal genug der Worte, jetzt lassen wir noch ein paar Bildchen sprechen, die auf Chajas-Bilderseite zu sehen sind.

Tschüß, bis zur nächsten Zeitreise.

Und da wäre noch Chajas Fotobuch >>hier<<.

Bilder lassen sich auch durch Klick vergrößern.

 

2012-2014


2015-2016


 

"Chaja", unsere wilde, liebe Hummel hat sich leider viel zu früh auf den Weg zur Sternchenwiese gemacht.

trauerbild chaja

Am 04.04.2017 mussten wir unsere süße, wilde Maus, die gerade mal 4 1/2 Jahre alt war, gehen lassen. Sie und auch wir hatten bemerkt, dass wir den Kampf gegen die Krankheit verloren hatten, dass wir aufgegeben mussten. Sie hat es uns ganz deutlich gezeigt, es ist Zeit, ich möchte gehen, dahin wo es keine Schmerzen mehr gibt. Und war es für uns auch noch so schwer, diesen Wunsch haben wir ihr auch gern erfüllt.

Zu ihrer autoimmunen Polyarthritis war trotz starker Kortisonbehandlung noch eine Anämie gekommen. Nach Rücksprache mit Fachlaboren und Fachärzten war keine Hoffnung mehr auf Heilung. Ihr Körper hat sich selbst zerstört. Die Erlösung war das letzte was wir für unseren Schatz tun konnten.

Liebe Chaja, lauf schnell zu den anderen und denn jetzt hast du keine Schmerzen mehr und kannst mit allen Pfotenkumpels, die schon auf der Sternchenwiese toben, um die Wette rennen. Irgendwann sehen wir uns bestimmt wieder.

Wir sind unsagbar traurig und können es noch gar nicht richtig fassen. In nur 2,5 Wochen haben wir unsere Chaja verloren. Sie fehlt so sehr..............