Mitte Juli war uns aufgefallen, dass unser „Großer“  etwas kurzatmig war und eine innere Unruhe zeigte. Er wollte möglichst draußen liegen, dicht an die Hauswand gepresst aber doch immer mal wieder aufgestanden, gedreht und wieder hingelegt. Eben eine Unruhe, die wir so von ihm nicht kannten. Das haben wir uns zwei Tage angesehen und dann doch lieber ab zum Doc. Denn es kam uns auch die Erinnerung hoch, dass unsere Bonny damals auch so ein ähnliches Verhalten gezeigt hatte und bei ihr wurde dann ein Lungentumor festgestellt. Wir hatten Angst, dass uns das wieder passieren könnte, nein…….bloß nicht. Also in der Praxis angerufen und versucht noch einen Termin für den Abend zu bekommen, es hat geklappt und wir konnten kommen.
Erst wurden, so gut es halt bei ihm machbar ist, die normalen Untersuchungen, abhören, abtasten usw. gemacht, welche aber keine Ergebnisse gebracht haben. Dann ab zum Röntgen, ich muss nicht erwähnen was das für alle Beteiligten bedeutete……auf jeden Fall …..Schweiß, welcher Art auch immer. Ja, dann die Auswertung der Bilder. Lunge…gut, Herz….leicht vergrößert, aber noch okay, keine weiteren Auffälligkeiten im Brustkorb aber dann…….im Magenraum. Vergrößerung des Bildes………was ist das denn!
lester kronkorken 1 Was hat denn der Bursche im Magen, wir trauten unseren Augen kaum. Einen Kronenkorken, er hatte einen Kronenkorken im Magen. Wir waren alle platt.  Sofort geht einem durch den Kopf, wo hat er ihn aufgenommen, seit wann mag der wohl schon drin sein. Wir hatten keine Ahnung, was blieb war die Frage “Und was jetzt?“ Unser Tierärztin und wir einigten uns darauf, es erstmal mit einer Sauerkrautkur zu probieren. Das hieß, seine Mahlzeiten bestanden in den nächsten Tagen zum großen Teil aus Sauerkraut. Da dieses nicht schnell verdaut wird, es eher wie vorn rein so hinten raus, sollte es den Kronenkorken umwickeln und dann zum Ausscheiden mit in den Darm transportieren. Leider war nach 3 Tagen immer noch kein Kronenkorken im Kot mit abgegangen. Also, blieb nur Plan B, ab zum Tiergesundheitszentrum Grußendorf in Bramsche, wo er ja kein Unbekannter ist, um dort ggf. eine OP zur Entfernung durchführen zu lassen. 

Am 2. August war dann die Untersuchung dort und man legte fest, erstmal zu versuchen den Fremdkörper mit einem endoskopischen Eingriffs zu entnehmen. Der Eingriff sollte gleich am nächsten Morgen stattfinden. Um allen Beteiligten, ob zwei- oder  vierbeinig die Sache so stressfrei wie möglich zu machen, haben Lester mit nach Hause genommen und dann am nächsten Tag wieder vorgeführt. Er wurde dann in unserem Beisein in Narkose gelegt und wenn alles glatt ginge, sollten wir ihn am Nachmittag wieder abholen. Dann begann die lange Warte und um ein wenig Ablenkung zu bekommen, haben wir das nahegelegene Osnabrück besucht. Gegen 15:00 Uhr kamen wir  dann den Anruf, er könne abgeholt werden. Wir machten uns sofort auf den Weg zurück zur Klinik. Noch ein Gespräch mit dem Doc, in dem er mitteilte, dass alles gut verlaufen sein und Lester schon ein etwas besonderer Bursche sei, gab es noch den Kronenkorken als Andenken in einem Tütchen mit nach Hause.
Und wie auch wir jetzt  sehen konnten, war es einer von der Krombacher Brauerei. Ja, das mit den 1,5 Mio. € muss Lester wohl falsch verstanden haben, nix Glückskorken, nix 1,5 Mio. € für den Finder. Nun aber nichts wie nach Hause. Ein paar Tage noch etwas Schonkost und die ganze Sache war erledigt und er war wieder bereit für die nächste Überraschung.

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